Für Arbeitnehmer

Arbeitsvertrag künden - ganz easy.
Zulässigkeit
In der Schweiz gilt der Grundsatz der Kündigungsfreiheit, das heisst beide Vertragsparteien können grundsätzlich jederzeit den Arbeitsvertrag künden, ohne dass bestimmte Gründe vorliegen müssen. Auch eine missbräuchliche Kündigung führt nicht zum Fortbestand des Arbeitsverhältnisses, sondern beendet dieses. Die Missbräuchlichkeit führt jedoch zu einer Entschädigungspflicht.

Eine Ausnahme dazu bildet die Kündigung zur Unzeit.
Ordentliche Kündigung
Die ordentliche Kündigung ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung, das Arbeitsverhältnis einseitig unter Einhaltung der vorgeschriebenen Fristen und Termine aufzuheben. Bei einem befristeten Arbeitsverhältnis ist die ordentliche Kündigung grundsätzlich ausgeschlossen bzw. nicht notwendig.

Bei der ordentlichen Kündigung muss unter Einhaltung der gesetzlichen oder vertraglichen Kündingsfristen gekündigt werden. Die Frist beginnt in der Probezeit am Tag nach Erhalt der Kündigung zu laufen. Nach Ablauf der Probezeit beginnt die Frist am Monatsende des Monats in welchem die Kündigung eingereicht wurde. Die gesetzlichen Kündigungsfristen sind wie folgt:
- Probezeit: 7 Tage auf Ende jeder Woche
- Probezeit bis Ende 1. Dienstjahr: 1 Monat
- 2.bis Ende 9. Dienstjahr: 2 Monate
- ab 10. Dienstjahr: 3 Monate
Ausserordentliche Kündigung / Fristlose Kündigung
Aus wichtigen Gründen können sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer fristlos den Arbeitsvertrag künden. Wichtige Gründe liegen vor, wenn die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist. Der Arbeitnehmer kann beispielsweise fristlos den Arbeitsvertrag künden, wenn der Arbeitgeber zahlungsunfähig ist und für die Lohnforderungen innert angemessener Frist keine ausreichende Sicherheit leistet.

Eine fristlose Kündigung muss schnell ausgesprochen werden. Andernfalls wird der kündenden Partei vorgeworfen, das Arbeitsverhältnis sei noch zumutbar gewesen, da es bis zum späten Aussprechen der Kündigung fortgesetzt wurde. Wie lange abgewartet werden darf, hängt vom Einzelfall ab. Gemäss Bundesgericht sind es maximal 6 Tage.

Sind Sie sich unsicher, ob eine ausserordentliche/fristlose Kündigung gerechtfertigt ist? Dann wählen Sie keines unserer unten aufgeführten Pauschalangebote, sondern rufen Sie uns umgehend an und wir beraten Sie nach der kostenlosen 15-minütigen Erstberatung zu unserem Stundentarif.
Missbräuchliche Kündigung
Eine Kündigung kann missbräuchlich sein, wenn sie bspw. aus Gründen, die in der Person des Arbeitnehmers liegen erfolgt (z.B. wegen Alter, Staatsangehörigkeit, Gesundheit) und nicht aus betrieblichen Gründen gerechtfertigt ist. Aber selbst wenn eine Kündigung missbräuchlich ist, wird mit ihr das Arbeitsverhältnis beendet.

Eine Kündigung ist nicht leichthin als missbräuchlich zu qualifizieren.
Kündigung zur Unzeit
Voraussetzung für eine Kündigung zur Unzeit ist eine ordentliche Kündigung, welche während der Kündigungssperrzeit ausgesprochen wird. Eine Kündigungssperrzeit liegt vor:
- während des obligatorischen Militär- oder Zivildienst eines Arbeitnehmers
- während schuldloser Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall eines Arbeitnehmers (im 1. Dienstjahr lediglich die ersten 30 Tage, ab dem zweiten bis zum fünften Dienstjahr während 90 Tagen und ab dem sechsten während 180 Tagen)
- während der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Niederkunft einer Arbeitnehmerin

Der Arbeitnehmer darf das Arbeitsverhältnis ebenfalls nicht künden, wenn ein Vorgesetzter, dessen Funktion er auszuüben vermag, oder der Arbeitgeber selbst wegen Militär- oder Zivildienst an der Ausübung der Tätigkeit verhindert ist und der Arbeitnehmer dessen Tätigkeit zu übernehmen hat.

Wird eine Kündigung zu Unzeit ausgesprochen, kommen diese beiden Folgen in Frage:
- Nichtigkeit der Kündigung:
- Ruhen der Kündigungsfrist: Ist die Kündigung vor Beginn der Sperrfrist erfolgt, aber die Kündigungsfrist bis dahin noch nicht abgelaufen, so wird der Ablauf der Kündigungsfrist unterbrochen und erst nach Beendigung der Sperrfrist fortgesetzt.
Kündigung vor Stellenantritt
Eine Kündigung vor Stellenantritt ist nicht gesetzlich geregelt. Eine solche Kündigung kommt nur bei kündbaren Arbeitsverträgen, also bei unbefristeten Arbeitsverträgen in Frage. Bei unbefristeten Verträgen, ist lediglich eine Kündigung während der Probezeit möglich (wenn eine solche vereinbart wurde).

Durch eine Kündigung vor Beginn des Arbeitsverhältnisses wird das Arbeitsverhältnis grundsätzlich auf Ende der vereinbarten oder gesetzlichen Kündigungsfrist aufgelöst. Da meist eine Probezeit vereinbart wurden, gelten meist kurze Kündigungsfristen. Die Kündigungsfrist beginnt in einigen Kantonen ab dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses zu laufen. In anderen Kantonen beginnt die Kündigungsfrist mit dem Zugang der Kündigung zu laufen.
Begründungspflicht
Wird das Arbeitsverhältnis vom Arbeitgeber gekündigt, muss die Kündigung auf Verlangen des Arbeitnehmers schriftlich begründet werden. Diese Pflicht kann der Arbeitnehmer auch gerichtlich durchsetzen.

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